TEx Brücken- und Straßenbaustelle Hamburger Straße
In einer 90-minütigen Führung am 18.05.2026 besichtigten wir eine gemeinsame Baustelle der Deutschen Bahn und der Stadt Dresden. Bei dem Projekt werden die Eisenbahnbrücken über die Hamburger Straße ersetzt und die Hamburger Straße selbst wird ausgebaut. Die gesamte Maßnahme wird von der Deutschen Bahn geplant, da die Teilmaßnahmen zu stark miteinander verknüpft sind.
Die Führung begann mit einer kurzen Erklärung der Maßnahme durch Herrn Goldemund von der mgp Ingenieurgesellschaft. Auch konnten wir einen Blick auf die Pläne werfen. Wie so
oft bei Tiefbaumaßnahmen ist eine der größten Herausforderungen, die im Untergrund verlegten Kabel und Leitungen zu finden, da die früheren Referenzpunkte nicht mehr existierten. So sind viele Suchschürfungen erforderlich gewesen und auch nicht mehr verwendete Kabel sind gefunden worden.
Aufgrund des verfügbaren Raums ist östlich der Eisenbahnüberquerung eine Begradigung der Straße und Straßenbahn möglich. Für die Straßenbahnschienen ergibt sich daraus der Vorteil, dass der Schienenverschleiß deutlich geringer ausfällt. Bei den inzwischen ausgebauten Schienen ist der Verschleiß so hoch gewesen, dass selbst eine zwischenzeitlich ausgeführte Reparatur im Außenbogen wieder verschlissen ist. Somit kommt der Umbau genau zur richtigen Zeit.

Um die neue Brücke bauen zu können sind aktuell auf dem Gleis in Richtung Cossebaude Hilfsbrücken eingebaut worden, das Gleis in Richtung Dresden-Friedrichstadt ist temporär zur Errichtung der neuen Brücke zurückgebaut. Eine Besonderheit bietet dabei der Pfeiler der Hilfsbrücken, da es sich bei diesem eigentlich nur um Doppel-T-Stahlträger handelt. Der umfassende Beton ist nur dafür da Beschwerden zu minimieren und die Bevölkerung zu beruhigen.
Für die neue Brücke ist ein Mittelpfeiler geplant, welcher aber genau auf einem bisherigen Abwasserkanal gebaut werden soll. Zur Errichtung ist daher das Verlegen des Abwasserkanals erforderlich. Dies ermöglichte auch die Schaffung einer modernen Abwasserrückhaltung für den Starkregenfall sowie den Bau einer Hochwasserentlastung.
Der neue Abwasserkanal ist bereits verlegt, die Anschlussstellen müssen aber noch gebaut werden. Für den Anschluss am östlichen Ende wird aktuell eine sehr beengte Baugrube ausgehoben, der Verbau erfolgt über den sogenannten „Berliner Verbau“. Zusätzlich sind vielen Aussteifungen von Nöten. Weil es sich beim Untergrund in Teilen um Pläner handelt, welcher im trockenen Zustand sehr fest ist, sind die Abbaubedingungen schwierig. Gleichzeitig ist Pläner stark wasserlöslich und entsprechend sollten die Baugruben nicht zu lange offen bleiben.

Im Anschluss an die Baugrube des Abwasserkanals haben wir uns das im Bau befindliche Brückenwiderlager angeschaut. Bei Eisenbahnbrücken besteht dabei die Besonderheit, dass eine innere Erdung aufgrund der Oberleitung einbetoniert werden muss (rot gefärbt). Die Baufreiheit ist auch hier über Trägerbohlwände sichergestellt. Zuletzt haben wir uns noch die „Alte Meißener Landstraße“ angeschaut. Um für die Radfahrenden während der Baumaßnahmen eine Umleitungsstrecke anbieten zu können, war es eine Auflage diese Straße (heute wohl eher ein Weg) auszubauen. Der Weg wurde entsprechen asphaltiert, es ist ein ausreichend hohes Geländer für Radfahrende zur Absturzsicherung errichtet worden und eine Stützmauer wurde denkmalgerecht saniert. Diese Maßnahme soll auch dauerhaft bestehen bleiben, wobei die Beleuchtung laut DB Flyer nur temporär ist.











