Exkursion Mediendüker Dresden
Im Rahmen einer Exkursion besuchten wir die Baustelle des Mediendükers an der Nossener Brücke in Dresden. Der Mediendüker verläuft parallel zur Nossener Straße und unterquert in einer Tiefe von etwa 17 bis 18 Metern das Schienengelände der Deutschen Bahn, darunter die Strecke Dresden–Chemnitz. Das Bauwerk gehört zum Großprojekt Campuslinie Dresden und ist ein wichtiger Teil der zukünftigen Medienversorgung der Stadt.
Auftraggeber des Projekts sind unter anderem SachsenEnergie sowie die Dresdner Verkehrsbetriebe. Die Bauausführung erfolgt durch den Generalunternehmer Eiffage Infra Ost in Zusammenarbeit mit weiteren Unternehmen der Eiffage-Gruppe. Die Bauarbeiten begannen im Sommer 2024, die Inbetriebnahme des Mediendükers ist für den Herbst 2026 vorgesehen, eventuell wird er sogar schon im August fertiggestellt. Die Projektkosten liegen bei rund 17 bis 20 Millionen Euro. Der Mediendüker ist für eine Nutzungsdauer von etwa 80 bis 100 Jahren ausgelegt und schafft eine Verbindung zwischen dem Heizkraftwerk an der Nossener Brücke und dem Stadtteil Reick.

Der Tunnel besitzt eine Länge von etwa 270 bis 280 Metern, einen Innendurchmesser von 3 Metern und einen Außendurchmesser von rund 4 Metern. Er wurde in geschlossener Bauweise mittels hydraulischem Rohrvortrieb hergestellt. Zum Einsatz kam eine rund 100 Tonnen schwere Tunnelbohrmaschine mit einem Schneidrad-Durchmesser von vier Metern, die durch hydraulische Pressen mit hoher Presskraft vorangetrieben wurde. Während des Vortriebs wurden hinter der Maschine vorgefertigte Stahlbetonringe als Tunnelauskleidung eingebaut. Diese werden zusätzlich durch überlappende Metallringe gesichert. Zwischen den Betonringen befinden sich USB-Platten, die der Abdichtung und einer gleichmäßigen Lastverteilung dienen
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Für den Bau des Mediendükers wurden zwei kreisrunde Baugruben mit einem Durchmesser von jeweils etwa 14 Metern und einer Tiefe von knapp 20 Metern hergestellt. Die Schächte wurden in Bohrpfahlbauweise bis in das Festgestein hergestellt. Der Baugrund stellte wegen ungünstigem Material eine Herausforderung dar. Das alte Bodenmaterial konnte nach einer Bodenverbesserung für die Baugrube wiederverwendet werden. Ein anderes Problem war, dass der Bahnbetrieb während der gesamten Bauzeit aufrechterhalten werden musste, was eine enge Abstimmung mit der DB InfraGO AG sowie eine kontinuierliche Setzungsüberwachung erforderlich machte.

Wir durften während der Exkursion den Mediendüker selbst betreten. Über ein Gerüst stiegen wir in den Tunnel hinab und konnten dessen gesamte Länge begehen. Der Baufortschritt war bereits weit fortgeschritten. Die Rohre für die Fernwärme wurden bereits ein Stück weit eingeschoben. Die Schweißnähte der Leitungen wurden mittels Röntgenprüfung kontrolliert. Künftig werden im Mediendüker unter anderem Mittelspannungsleitungen sowie technische Einrichtungen für den Düker verlegt.








